Stamm S07 - Berlin

Lazuli (Y); Rot (X); Magenta

 Chris Hoffmann (This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.)

 
 

Als ich die Tiere, die ursprünglich von Robert Gall stammen bekommen habe, war ich sehr begeistert von den tollen Farben dieses Stammes. Ich züchte generell gerne Guppies mit der Kombination aus blau und rot und beschäftige mich schon einiger Zeit mit der Farbe Magenta. Dieser Stamm ist für mich eine besondere Herausforderung, da die Tiere immer wieder in verschiedene Farben und Formen aufspalten.

 

Bilder der Ursprungstiere, Männchen in Lazuli Magenta (links) ...
  

 

 ...und Weibchen in Rot-Bunt (rechts)
    

Tiere dieses Stammes hatten meines Wissens ursprünglich folgende Genotypen:

Männchen: Y Lazuli, X rot, autosomal Magenta Mm

Weibchen: X rot, X bunt, autosomal Magenta mm

 

Dabei bedeutet ein großes M, dass das Magenta-Gen vorhanden ist. Da dieses Gen dominant wirkt, reicht ein Allel mit Magenta, damit der Fisch das Gen im Phänotyp auch ausprägt. Sprich, Guppys mit dem Genotyp Mm zeigen die typische Magenta-Färbung, können aber Nachkommen produzieren, die diese Färbung nicht zeigen. Da bei mir in der F1-Generation ungefähr 50% der Guppys Magenta zeigten und 50% nicht, gehe ich von oben genannten Genotypen der Elterngeneration aus. Dass die Weibchen auch bunt über das X-Chromosom vererben weiß ich aus einer Testkreuzung der F1 mit Moskau-Pink Männchen. Hierbei fielen Triangel in Moskau-bunt.  

Zuchtziel:

Mein Zuchtziel ist ein Stamm in Lazuli-Magenta, bei dem eine klare, standardgemäße Beflossung (bevorzugt Speerschwanz) erreichbar ist und bei dem die Männchen weitestgehend gleich aussehen.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss ich sehr stark selektionieren. Ich versuche, bei den Weibchen diejenigen mit Magenta und bei den Männchen diejenigen mit der besten Form zu verpaaren. 

 

Generation F1

Die F1 hat verschiedene Flossentypen und Farbvarianten hervorgebracht. Hier eine Übersicht: 

 
Rundschwanz Lazuli rot (Y-Lazuli, X-Rot)   Triangel Lazuli Magenta (Y-Lazuli, autosomal Magenta Mm)

 

Triangel Lazuli-rot (Y-Lazuli, Xrot)  

Lazuli bunt mit Doppelschwert-Ansatz

 

Weibchen (X-rot, autosomal Magenta)  

Weibchen (X-bunt, autosomal mm)

Ich habe mich gerade wegen der großen Aufspaltung für eine Rückkreuzung entschieden und gezielt Magenta-Weibchen hierfür verwendet.  

 

Generation F2:

Hier die Eltern der F2:

      

Stammvater (Y-Lazuli, X-rot, autosomal Magenta Mm)

    

Weibchen der F1 (X-rot, autosomal Magenta Mm)

    

Hier ein paar Eindrücke der F2:    

    

Lazuli Magenta Speer, erinnert an den Stammvater, hat aber noch schönere Flossen

    

Weibchen F2, wahrscheinlich X-rot und bunt

     Männchen mit sehr dominanten rot und schwarz Tönen, Genotyp fraglich (starker Rot-Anteil könnte von Magenta MM kommen, möglicherweise wird Lazuli dadurch stärker eingeschränkt und Melanophoren breiten sich aus - dies ist aber reine Spekulation)
    
Weibchen F2, X-rot, autosomal Magenta (Mm)     

Weibchen F2, möglicherweise X-rot, autosomal Magenta MM

 

Generation F3:

Für die F3 habe ich das beste Männchen der F2 mit den Weibchen gekreuzt, bei denen ich Magenta vermutet habe. Bislang fallen in der Mehrzahl auch Lazuli-Magentas in der F3. Außerdem habe ich eine Nebenlinie eröffnet, in der ich das beste Männchen mit einem Weibchen verpaare, welches das Gen Kal/Sub trägt. Dieses Gen (eigentlich eine Kombination aus 2 Genen, Kal fördert das Flossenwachstum, Sub verhindert dieses in der Regel und ist bei diesen Tieren mutiert) führt zu längeren Flossen. Ich hoffe, dass sich so die Speerform verbessern lässt. Das Weibchen habe ich über meine Mitgliedschaft bei der IGPD bekommen. Eine spannende Geschichte....

   
Hier erste Eindrücke aus der F3 (Lazuli Magenta Männchen x Magenta Weibchen):
     

    

   

Lazuli Magenta Jungmännchen der F3. Wir werden sehen, wie sich die Flossen entwickeln...